21. Dezember 2017|Adventskalender

von Rosa Meckseper, Kurs BCP WS02
VP Business Strategy & Marketing bei der Robert Bosch GmbH

Frau Dr. Helga Lukoschat ist Vorstandsvorsitzende der EAF Berlin. Sie ist Mitbegründerin der EAF Berlin und war langjährig deren Geschäftsführerin. Von 2001 bis 2014 war sie zudem Geschäftsführerin der Femtec.GmbH, einer Gründung der EAF Berlin und der TU Berlin. Helga Lukoschat ist  der Femtec.GmbH weiterhin eng verbunden, als stellvertretende Vorsitzende in deren Aufsichtsrat.

Vor diesem Hintergrund – und insbesondere als Frau, die nicht nur klare, motivierende und berührende Reden halten kann wie kaum eine andere, sondern vor allem Bedeutendes für uns Alumnae sowie die Gesellschaft bewirkt hat – freue ich mich heute ein kleines Interview zu unserem Jahresmotto mit ihr führen zu dürfen.

Rosa Meckseper: Frau Dr. Lukoschat, welche Rolle haben Vorbilder in Ihrem Leben gespielt? Und welche waren es?

Dr. Helga Lukoschat: Vorbilder haben in der Tat für mich immer eine grosse Rolle gespielt. Es waren meistens andere Frauen, von denen ich mir etwas abschauen konnte. Dabei geht es um viele Facetten, es geht nicht um besonders abgehobene Vorbilder, nichts elitäres, oft ist es auch nur eine Seite, eine Facette, an der ich mich orientieren konnte. Beispielsweise wie man eine Partnerschaft leben kann, oder eben wie man ein Ehrenamt gestalten kann.

Da spielte z.B. Antje Lode eine wichtige Rolle. Sie ist mir im ehrenamtlichen Bereich ein klares Vorbild – mit welcher Selbstverständlichkeit, Konstanz und Ausdauer sie an die Themen herangeht.

Dieser Geist zieht sich inzwischen auch durch mein Leben. Es ist mir eine Freude, mich in den Dienst einer Sache zu stellen, dabei etwas über sich hinaus zu wachsen – ganz besonders in sozialen und politischen Bereichen.

Auch Barbara Schaeffer-Hegel, die Gründerin der EAF, war  für mich wichtig – vielleicht nicht direkt in einer Vorbild-Rolle, sondern mehr als eine Mentorin. Sie hatte die Gabe, mir unbekannte Seiten an mir zu zeigen, und sie hat mich gefordert und gefördert.

Rosa Meckseper: Was waren denn – bezogen auf ihre Gründung der Femtec GmbH – Ihre Ziele und Visionen damals, im Jahr 2001?

Dr. Helga Lukoschat: Wir wollten zeigen, wie wichtig Frauen und ihre Potenziale, gerade auch im naturwissenschaftlich-technischen Bereich, für die Gesellschaft und für die Wirtschaft sind.  Und zwar nicht in irgendeiner Nische, sondern mit großen Unternehmen und mit den besten Universitäten zusammen. Man könnte auch sagen, wir wollten feministische Vorbilder schaffen.

Rosa Meckseper: Ich würde sagen, das haben Sie in Ihrer Rolle als Geschäftsführerin bis 2014 allemal erreicht, oder?

Dr. Helga Lukoschat: Ja, ich denke die Femtec GmbH ist in der Tat zu einer wirklich besonderen Kooperation gewachsen. Ich freue mich auch ganz besonders über die Gründung des Femtec.Alumnae e.V., da so diese Visionen präsent bleiben. Dass sich die Alumnae auch über das Studium hinaus weiter vernetzen und entwickeln können, sie sich gegenseitig unterstützen und informieren. Das ist ein ganz grosser Schatz.

Für mich schwingt im Begriff „Vorbild“ auch immer ein wenig das „Weitergeben“ mit. Ich denke das trifft auch auf Sie  als Alumnae zu, aufgrund Ihrer unterschiedlichen Begabungen können Sie alle sehr viel geben. Es geht dabei um eine Art Verpflichtung, nicht unbedingt um eine Äußere oder  Moralische, sondern um eine, die man selbst spürt. Und das wiederum gibt Ansporn.

Rosa Meckseper: Liebe Frau Dr. Lukoschat, ich danke Ihnen im Namen aller Mitglieder und des Vorstands sehr herzlich für diesen wundervollen Beitrag zu unserem Jahresrückblick und Adventskalender 2017.

Dr. Helga Lukoschat: Herzlich gern. Passend zur Adventszeit kann ich Ihnen noch das Gleichnis vom Salz der Erde aus dem Evangelium mitgeben: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Im übertragenen Sinne heißt das: Sie alle sind mit Ihrer Widmung für diese Welt wertvoll; Sie geben einander Kraft, Sie engagieren sich und setzen sich ein – und wirken so in die Welt hinein.