23. Dezember 2018|Adventskalender

2015 war für mich persönlich ein Jahr voller Umbrüche, Richtungsänderungen und auch so manchem tiefen Tal, aus dem ich nicht nur im übertragenden Sinne höchste Gipfel erklommen habe: Das erste Mal in meinem Leben habe ich 3200m im Himalaya bezwungen. Ohne zu wissen, ob ich trotz angeborenem Klumpfuß überhaupt mit 16kg Backpack auf dem Rücken mein Ziel erreichen würde, brach ich auf. Ich wollte es schaffen, einen Schritt weiter gehen und nicht nach den Sternen, aber nach dem Gipfel des Poon Hill greifen – mit atemberaubendem Blick auf das Annapurna-Massiv als Belohnung. Während dieses Abenteuers hatte ich das Glück eine beeindruckende Frau an meiner Seite zu wissen: Durga Rawal, eine der wenigen weiblichen Guides in den Bergen Nepals. Den Wanderliebenden unter euch ist sicher bekannt, dass der Beruf des „Trekking Guide“ ein männlich dominierter ist, besonders in Schwellen- oder Entwicklungsländern wie Nepal. In dieser vom Hinduismus geprägten Gesellschaft werden Mädchen und Frauen leider bis heute nicht nur im Bildungssektor stark benachteiligt. Doch Durga war das egal. Sie hatte einen Traum – den Menschen aus aller Welt die atemberaubende Natur ihrer Heimat näherzubringen. Ihre warme, geduldige und stoische Art, sich von ihrem Ziel nicht abbringen zu lassen, haben mich nachhaltig beeindruckt. Durga hat mich inspiriert, meine eigenen Ziele stärker zu fokussieren und sie klar vor Augen zu halten. Dank ihres Zuspruchs und ihrer Empathie (es stellte sich raus, sie ist schon mit ganz anderen Beeinträchtigungen von Menschen extremere Touren gewandert) haben wir den Poon Hill zusammen erklommen. Dieses Gefühl, dort zu stehen, 5:30 morgens kurz nachdem die Sonne aufgegangen war, ist ein Gefühl, dass ich nur schwer in Worte fassen kann. Stolz, unendliche Dankbarkeit und wahnsinnige Freude fluteten mich. Gleiches sah ich in Durgas Augen. Heute sind wir noch immer in Kontakt und jetzt ergibt sich die Möglichkeit, Durga etwas zurück zu geben. Wie? Dank Durgas Kundin Emily Hopcian (sie hat überwiegend Frauen als Kunden, weil diese oft mit Frauen als Guide wandern wollen; auch ich bin bei ihr bzw. „3 Sisters Adventure Trekking Company“ nach einer unerfreulichen Erfahrung mit einem männlichen Guide gelandet). Emily plant einen Dokumentarfilm über Durgas Leben zu drehen. Den Pitch dafür findet ihr hier: DURGA_pitch deck_v2.

Ich bin riesiger Fan von diesem Projekt und finde, Vorbilder wie Durga und Firmen wie 3 Sisters Adventure Trekking Company als auch deren „non profit organisation“ EMPOWERING WOMEN OF NEPAL (EWN), die „Women Empowerment“ uneingeschränkt leben, gehören gefördert, breit gestreut und der Welt deutlich gezeigt. Folgende Optionen der Unterstützung bieten sich euch:

  1. Ein Dokumentarfilm entsteht nicht einzig aus Liebe, nein, es stecken mind. 4 Frauen (Durga als Hauptdarstellerin erhält auch ein faires Gehalt, was, wie mir gesagt wurde, in der Dokumentarfilmbranche nicht üblich ist) hinter dem Projekt, die die Geschichte auf die Leinwand bringen wollen. Das bedeutet echte Arbeit. Daher habe ich mit Emily die Crowd Funding-Seite „Durga Ruwal Documentary“ erstellt. Jeder Euro bringt Durgas Geschichte etwas näher Richtung Leinwand!
  2. Wanderurlaub in Nepal geplant? Dann bucht doch mit „3 Sisters Adventure Trekking“ – nicht nur eure Wandertour, sondern auch eure Unterkunft in Phokhara und vieles mehr! Neben der Förderung und dem „Empowerment“ von Frauen leben die Chhetre Sisters auch die Prinzipien von Ökotoursimus, fairer Bezahlung für alle und sind Partner von EWN.

https://www.3sistersadventuretrek.com/

https://www.3sistersadventuretrek.com/empowering-women-of-nepal

  1. Ihr kennt Outdoor-Filmfestivals oder kleinere lokale Filmfestivals, die solch eine Dokumentation ausstrahlen würden? Egal, ob in Hintertupfingen, Berlin-Mitte oder sonst irgendwo in Europa (Emily hat schon den Bürgermeister in ihrem kleinen Heimatort in Wisconsin überzeugt diesen Dokumentarfilm beim nächsten örtlichen Filmfest auszustrahlen), schickt mir gern einen Link oder Kontakt.
  2. Last, but definitely not least: Spread the word – teilt den Pitch, die Links, die Story, streut es in eure Netzwerke und lasst mich auch gern an weiteren kreativen Ideen teilhaben! Ich sammle diese und leite sie gern an Emily weiter. Auch wenn ihr Rückmeldungen habt zu Durgas Geschichte, teilt sie mir gern mit – wer freut sich nicht über positive Worte der Ermutigung und Wertschätzung?

Für mich ist dies ein persönliches Herzensprojekt (nicht nur, weil es für mich nach Nepal stetig bergauf ging). Ich bin der Meinung, dass es mehr Projekte wie dieses braucht und Geschichten wie Durgas die Welt erobern sollten, erzählt, geteilt und unterstützt werden müssen, findet ihr nicht? Denn Dank Frauen wie ihr (auch wenn ohne MINT-Schwerpunkt) gelingt es uns global nicht nur im physischen Sinne einen Schritt weiter zu gehen!

Christin Herber

Weitere Informationen gibt es hier.