2. August 2016|Öffentliche News

Am 20. Juli versammelte sich die RG Zürich für den nächsten Jahresevent. Wir begaben uns in die Welt der „Isebähnler“.
Doch im Gegensatz zu dem, was wir als Zugsreisende wahrnehmen, wie die Gleisanlagen, Weichen, Züge und Lichtsignale, begaben wir uns in das dahinterstehende System aus Leittechnik und Datenkommunikation. Wir bekamen Einblick in die Bahnsicherung.
Der Lieferant der Sicherungsanlagen, die Thales Rail Signalling Solutions AG entwickelte und projektierte ETCS Level 2 für den Gotthard-Basistunnel. Wir erhielten Einblick in die Projektorganisation des Bahntechnikkonsortiums Transtec Gotthard, sahen den Aufbau und die Struktur des Gotthard-Basistunnels mit seinen zwei funktional getrennten Röhren und den beiden Multifunktionsstellen, in welchen sich die Spurwechsel befinden. Weiterhin erfuhren wir vom Systemdesign und von der anspruchsvollen Aufgabe die zahlreichen Einzelsysteme zum Gesamtsystem zu integrieren.
Bild

Die Thales-Lok im Eisenbahnlabor…wenn die Züge rollen, läuft die Sicherungsanlage. Quelle: privat, 2016
Imposant war auch der Blick ins Gotthardlabor, welches das Echtsystem als Simulation abbildet. Dadurch konnten die Systemanforderungen an die Sicherungsanlage getestet und validiert werden, bevor die Prüfungen im Feld starteten. Wir schlüpften in die Rolle des Zugverkehrsleiters und steuerten simulierte Züge über den Iltis-Bedienplatz von Brunnen bis Biasca – selbstverständlich durch den Tunnel.
Im Anschluss daran machten wir uns auf den Weg zum Eisenbahnlabor der ETH. Hier reisten wir durch die Geschichte der Stellwerke. Wir begannen beim Mechanischen aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Bild

Handarbeit am mechanischen Stellwerk: Einfahrtanmeldung, Fahrstraßensicherung (Weichen), Fahrstraßenfestlegung und Freigabe des Fahrwegs über das Stellen des Hauptsignals. Quelle: privat, 2016
Dann ging es in die 30iger Jahre zum elektromechanischen Stellwerk und weiter zum Relaisstellwerk Domino67, welches in der Schweiz noch breit eingesetzt ist.
Zum Schluss standen wir wieder vor dem Iltis-Bedienplatz, welcher die Ansteuerung mehrerer Stellwerke und so eine zentrale Betriebsleitung ermöglicht.
Ein eindrücklicher Abend ging vorüber und nun wissen wir was es bedeuten kann, wenn es heißt…“aufgrund einer Stellwerksstörung“.
Bild

Die Exkursionsteilnehmerinnen der RG Zürich im Eisenbahnlabor der ETH Zürich am Standort Hönggerberg. Quelle: privat, 2016
Verena
(RG Leitung Zürich)