7. April 2014|Öffentliche News

Einige von euch haben vielleicht schon auf Facebook unseren Filmdreh verfolgt, hier folgt der ausführliche Bericht.

Was wollen wir erreichen: Einen Film von ca. 5 Minuten drehen, der verwendet werden kann um Schülerinnen der Oberstufe dazu zu motivieren MINT-Fächer zu studieren.

Unsere „Role Models“ werden dabei jeweils kurz interviewt und in möglichst interessanter Umgebung gedreht. Zusätzlich haben wir ein paar Schülerinnen und Schüler gefragt, wie sie sich einen Ingenieur, Achterbahnbauer etc. vorstellen. Typische Antwort: „Intelligent, kreativ, männlich“
Sind Frauen etwa nicht intelligent und kreativ? Das werden wir mit unseren Role Models ganz klar widerlegen!
Erster Drehtag im Europapark: Silvia, Maschinenbau

Silvia hat vor ihrem Studium ein Praktikum bei einem Achterbahnkonstrukteur gemacht und sich dadurch für das Maschinenbaustudium entschieden. Danach hat sie ihre Bachelorarbeit bei dem gleichen Unternehmen geschrieben und in den USA auch Vorlesungen zu dem Thema besucht. Und natürlich fährt sie leidenschaftlich gerne Achterbahn!

Spannend ist, dass die Achterbahn erstmal nur theoretisch berechnet wird und die Konstrukteure erst testen können, ob sie wirklich so funktioniert wie sie soll, wenn sie im Park aufgebaut wird. Die Achterbahn darf natürlich nicht auf der Strecke „verhungern“, aber auch nicht zu schnell fahren.

Außerdem besteht die Herausforderung darin, die Strecke so zu konstruieren, dass die Fahrt möglichst angenehm ist für die Fahrgäste. Stöße und seitliches Rütteln soll vermieden werden. Alles in allem ein ziemlicher spannender Job, hoffentlich empfindet das unsere Zielgruppe genauso.
Zweiter Drehtag in Stuttgart: Josephine, Unternehmensberaterin bei Bain & Company

Josephine hat Physik studiert und arbeitet seit 2,5 Jahren bei Bain & Company. Sehr zur Freude von unserem Drehteam, hatte unsere Bleibe in Stuttgart eine schöne Dachterrasse, auf der wir mein Interview drehen konnten. Ich kann euch sagen, vor einer Kamera zu sprechen ist dann doch aufregender als ich gedacht hätte…

Anschließend sind wir noch durch Stuttgart gestöckelt (mit Rollkoffer natürlich). Wir haben auch ein paar Time-Lapse (im Zeitraffer laufen nachher viele Passanten an mir vorbei während ich still stehe)  gedreht, der beste Kommentar eines Passanten, als ich versuchte elegant auf meinem Rollkoffer zu sitzen und natürlich mich nicht zu bewegen: „Der Koffer macht das auch nicht mehr lange mit!“ Da hat er sich aber getäuscht, der Koffer lebt immer noch! Finales Highlight des Tages: Felix versuchte im strömenden Regen den Sonnenuntergang über den Dächern Stuttgarts zu filmen. Ich fürchte, dass muss er nochmal in Berlin wiederholen…

Dritter Drehtag in Affalterbach bei Stuttgart: Christine, Versuchsingenieurin bei Daimler-AMG

Dieser Tag stand ganz im Zeichen des Autos. Christine hat uns eins ihrer Testautos besorgt und wir sind damit auf die grüne Wiese gefahren. Sehr idyllisch umrahmt von Apfelbäumen haben wir dann ihr Interview gedreht und anschließend noch das Auto in allen Situationen.

Der Tag stand ganz im Zeichen des „grünen“ Image. Christine kümmert sich unter anderem darum, dass die Emissionen des Motors über die gesamte Lebensdauer und unter allen möglichen Bedingungen konstant niedrig bleiben. Dazu misst sie die Emissionen und verbindet sich mit Sensoren am Motor.

Christine hat Maschinenbau studiert, arbeitet heute Teilzeit und hat zwei Kinder, ist also in jeder Hinsicht ein super Role Model für uns! Abgesehen davon waren wir alle sehr begeistert von dem Auto, dass sogar hinten Sitzheizung hatte, wir haben in dieser launischen Maiwoche wirklich genug gefroren…

Vierter Drehtag in Genf: Milena, Doktorandin der ETH Zürich am CERN, Genf

Für mich persönlich als Physikerin war das ein ganz besonderer Tag, aber ich glaube Catharina und Felix waren auch sehr beeindruckt. Dank Milena hatten wir die Gelegenheit 100m unter die Erde zu fahren und den CMS Detektor zu besichtigen.

Sie promoviert am CERN, sie arbeitet gerade am Upgrade des Detektors für 2022 und untersucht außerdem die Produktion von Photonen genauer, wenn der Beschleuniger in Betrieb ist. Der Detektor ist momentan abgeschaltet und wird gewartet, nur deshalb konnten wir überhaupt runter. Milena wurde in beeindruckender Kulisse direkt vor dem drei Stockwerke hohen Detektor gefilmt. Unser Filmteam war so begeistert als wir anschließend noch durch die Kontrollräume gelaufen sind, dass wir erst mit etwas Verspätung wieder an die Oberfläche zurückgekommen sind.